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HEIMO ZOBERNIG – BETONPLATTE SCHLOSSPARK JÖSS 1990

Heimo Zobernig realisierte im Schlosspark eine Außenskulptur. Er ersetzte einen ehemaligen, nur noch in vagen Umrissen erkennbaren Tennisplatz durch eine exakt dessen Fläche einnehmende, 15 cm hohe Betonplatte. In diesem Werk stauen sich förmlich die historischen Bezüge auf die moderne Skulptur und ihr Schicksal. Auf der Vorderkante der Platte wurde in Versalien in Helvetica-Type die folgende Inschrift angebracht:“ Diese Betonplatte wurde von Heimo Zobernig für Christine und Bertran Conrad-Eybesfeld konzipiert und im Frühjahr 1990 realisiert. Dixit Ferdinand Schmatz. Transportbeton Tillmitsch.“ Als abstraktes Gebilde verweist sie im Sinne von Rosalind E. Krauss auf die Ortlosigkeit der modernen Skulptur. „Die moderne Periode der Bildhauerei arbeitet mit dem Verlust des Ortes, indem sie das Denkmal als Abstraktion errichtet, als reinen Markierungspunkt oder als Sockel, funktional ortlos und weitgehend selbstreferentiell.“ Die Betonplatte erfüllt die Tugenden einer modernen Skulptur. Die Platte wurde fugenlos gegossen, wodurch die Entstehung von Rissen einkalkuliert war. Die Natur des Materials kam auf diese Weise offen zur Geltung, die technisch für eine glatte Oberfläche notwendige Rasterung des Gusses wurde vermieden. Die Inschrift führt weg von einer rein formalen Analyse – hin zu einer Indizierung der Bedingungen, durch die das Kunstwerk zustande kam: die Auftragslage wird benannt, die Zusammenarbeit mit Ferdinand Schmatz und die Herkunft des Baustoffes. Durch das lateinische Wort „Dixit“ wird auf die feudale Tradition von Mäzenatentum und auf den Ort, ein Schloss, verwiesen, womit sich das Werk an die institutionskritischen Werke von Daniel Buren oder Hans Haacke reiht.

Publikation anlässlich der Ausstellung "Heimo Zobernig im MUMOK 02/03, Kunsthalle Basel 03, K21 Düsseldorf 03", Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien